Die Legende vom Kloster Kykkos

Als ich zusammen mit meiner Freundin auf Zypern war, haben wir einige Ausflüge unternommen, um uns die Insel ein wenig anzugucken und sie besser kennenzulernen. Zypern kann ganz schön unterschiedlich sein und so gibt es ganz verschiedene Landschaften. Von hohen, grünen Bergen über zerklüftete Küsten bis hin zu Sandstränden ist alles zu bekommen. Wir hatten gestern gerade einen Ausflug zum Kloster Kykkos gemacht und waren ganz begeistert von der Gegend dort. Vor Ort haben wir allerhand Interessantes erfahren. So auch von der Legende des Klosters, nach der es angeblich gebaut wurde. Die Legende dreht sich um den Einsiedlermönch Isaias, der Ende des 11. Jahrhunderts vom Gouverneur Zypern, Manuel Voutoumetes, in seiner Einsamkeit gestört wurde. Der Gouverneur kam bei der Jagd vom Weg ab und fragte den Mönch, wie er denn auf den richtigen Weg zurückkommen sollte. Der Mönch antwortete nicht, weil er ein Schweigegelübde abgelegt hatte. Er weigerte sich damit, den Weg zu zeigen und bekam vom Gouverneur einen Fußtritt, denn der Mönch hätte den Gouverneur Respekt erweisen müssen. Nach der Heimkehr erkrankte der Gouverneur aber und so bat dieser den Mönch um Verzeihung für sein Verhalten.

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Foto: dimitrisvetsikas1969 / pixabay

Der Mönch heilte den Gouverneur, da ihm im Traum die Gottesmutter erschienen ist und als Gegenleistung bekam er eine vom Evangelisten Lukas gemalte Marienikone des Kaisers von Konstantinopel. Ob die Legende stimmt, wage ich zu bezweifeln, aber der Gedanke daran ist doch irgendwie süß. Meine Freundin war von der Geschichte ganz begeistert und schaute sich die gemalte Marienikone immer wieder an, denn die wird in dem Kloster ausgestellt.