Reisekrankheiten: Gelbfieber

Ebola, die Epidemie, die in Westafrika quasi aus dem Nichts kam, ist nach Ansicht der Weltgesundheitsorganisation offiziell besiegt, doch eine andere lebensfeindliche Infektionskrankheit schwelt weiter und fordert immer neue Opfer. Weil jeder zweite an Gelbfieber erkrankte Patient stirbt, ist es überaus wichtig, dass sich Urlauber vor einer Reise in Infektionsgebiete mit einem Serum impfen lassen, das aus einem sicheren Medikamentenkühlschrank stammt und einen lebenslangen Schutz gewährt. 30000 Gelbfieber-Todesfälle in jedem Jahr und mehr als 200’000 Erkrankungen! Das sind die offiziellen Zahlen, doch die Behörden sprechen von einer hohen Dunkelziffer in Afrika und Südamerika, auch wenn jeder Fall einer solchen Infektion meldepflichtig ist. Ausgelöst wird der Virus durch den Stich der Gelbfieber-Mücke. Man spricht auch von der Ägyptischen Tigermücke, die in den Tropen und Subtropen heimisch ist. Sie ist auch der Auslöser des gefürchteten Dengue-Fiebers. Sie ist drei bis vier Zentimeter groß, dunkel gefärbt und hat weisse Streifen auf den Beinen. Es stechen nur die Weibchen, die zur Reife ihrer Eier das Protein des Blutes benötigen.

Für die Übertragung von Gelbfieber verantworlich: Tigermücke (Bild Pixabay: Mohamed Nuzrath)

Für die Übertragung von Gelbfieber verantworlich: Tigermücke (Bild Pixabay: Mohamed Nuzrath)

Die Symptome einer Erkrankung entwickeln sich – im Gegensatz zu den meisten Fällen von Malaria – überraschend schnell. In einem Zeitraum von drei bis sechs Tagen sind die ersten Reaktionen des Körpers spürbar. In leichteren Fällen verursacht Gelbfieber Symptome, die einer Grippe nicht unähnlich sind. Die Betroffenen fühlen sich matt. In etwa 85 Prozent der Fälle klingen die Beschwerden nach wenigen Tagen ab, doch die restlichen 15 Prozent können zu lebensbedrohlichen Organversagen führen. Niere und Leber sind vor allem betroffen – es kann in schweren Fällen zu Blutungen und zu einer Gelbsucht kommen. Die körperlichen Probleme sind darauf zurückzuführen, dass das Virus über den Mückenstich in das Blut gelangen kann, um sich dann in den Lymphknoten zu vermehren. In Australien haben Wissenschaftler mit groß angelegten Versuchen damit begonnen, die Gelbfieber-Mücken einer Genmanipulation zu unterziehen. Die Ergebnisse lassen auf sich warten. Wer eine Reise in tropische Regionen Afrikas und Südamerikas antritt, ist gut beraten, sich gegen eine Gelbfieber-Infektion impfen zu lassen. Sie ist auch in einigen Ländern vorgeschrieben. Ausserdem sollte sich ein Mückenschutz im Reisegepäck befinden, das in den Tropen geeignet ist. Dies ist neben der Impfung das einzige Mittel, sich gegen die Blutsauger zu wehren.